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Am Mittwoch, den 14. März 2018 fand das Weil der Städter Forum "Dialog der Religionen" zum dritten Mal in Weil der Stadt und zum ersten Mal in der Christusgemeinde statt.
Das Thema lautete : „ Mein Nachbar hat einen anderen Glauben. Wie gehe ich damit um?“. Etwa 70-80 Gäste aller vertretenen Konfessionen kamen zu dieser Veranstaltung in das Gemeindehaus der Christus-Gemeinde in die Eisenbahnstr. 21, in Weil der Stadt.
Vertreter der christlichen Kirchen ( A. Gruber – Pfarrer kath. Kirche in Weil der Stadt (und Teilorten) / Dr. R.D. Krüger – Pfarrer i.R. ev. Landeskirche (als Vertreter der Pfarrerin Fr. Ulmer der Brenzkirchengemeinde Weil der Stadt / K.G. Schmid – Leiter neuapostolische Kirche Merklingen / J. Schirmer – Pastor der Evangelischen. Freikirche, der Christus-Gemeinde in Weil der Stadt) und T. Rasheed als Imam der Ahmadiyya Gemeinde Weil der Stadt (einer innerislamischen Reformbewegung). Der katholische Dekanatsreferent Wolfgang Hensel moderierte durch die Veranstaltung, in welcher es drei Runden gab. Zunächst gab es von jedem Teilnehmer ein etwa 6 Minütiges Statement zum Thema, Dann eine Diskussion der einzelnen Vertreter über dieses Thema und zum Schluss wurde die Runde geöffnet und Fragen aus dem Publikum an die jeweiligen Vertreter konnten gestellt werden.

Hier eine kurze Zusammenfassung der STATEMENTS der einzelnen Vertreter (welche nicht den Anspruch der Vollständigkeit vertritt):
T.Rasheed: „Im Islam gibt es eine große Unterschiede zwischen dem was gelebt und dem was gelehrt wird. Die Lehre sagt: Mein Nachbar, mit dem ich befreundet bin oder nicht, sehe ich als Mensch und gehe gut mit um. Unabhängig von der Herkunft und Hautfarbe ist es im Islam nicht erlaubt, Schmerzen mit Zunge oder der Hand zuzufügen. Dies wird aber leider nicht von allen Gruppen so gelebt.“
K.G. Schmid: „Meinem christlichen Nachbarn sehe ich als Bruder/Schwester. Dem nicht christlichen Nachbarn soll ich offen begegnen. Jeder soll seinen Glauben frei leben, ohne den anderen zu beeinträchtigen.“
R.D. Krüger: „Seit der Aufklärung, bei der die Kirche und der Staat getrennt wurden, leben wir nicht mehr in einem christlichem Staat. Man soll einen klaren Standpunkt beziehen und sich gegenseitig mit Toleranz und Respekt begegnen, glaubwürdig leben und neugierig sein.“
A.Gruber: „Das Doppelgebot der Liebe gilt als christliche Lehre. Das zweite Vatikanische Konzil hat zum einen bestätigt: Außerhalb der Kirche gibt es kein Heil. Zum anderen spricht es aber auch von Religions- und Gewissensfreiheit und über eine Heilsmöglichkeit für alle Menschen, sowie und von einer positiven Bedeutung anderer Konfessionen und Religionen. Das Ziel ist die Akzeptanz in der Religion. Alle Völker sind eine einzige Gemeinschaft und alle Menschen sind auf der Suche nach der Wahrheit.“
J. Schirmer: „Mit einer weltzugewandten Liebe in Christus ( Johannes 3,16 – „Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“) und der befreienden Wahrheit soll man den Nachbarn verstehen, mit ihm reden und vom eigenen Glauben auch Klartext reden. Tolerant ist man nicht, wenn man keine Position hat oder alle Positionen versucht zu einer zu verschmelzen, sondern nur, wenn man eine Position vertritt und diese dem anderen auch in Liebe mitteilt. Aber dem Anderen auch die Möglichkeit gibt, selber eine Position zu haben. So kann man in einen guten Dialog miteinander treten, der von Liebe und der selbst erkannten Wahrheit geprägt ist.“

2018.03.Dialog.der.Religionen


Im Anschluss ging es in der Diskussion der Vertreter um die GRENZEN DER TOLERANZEN:
Unterschiedliche Milieus, verschiedene Wertvorstellungen sowie den anderen nicht mit seiner Freiheit zu verletzten waren die Themen. Es wurde zudem die Anfrage gestellt, ob im Islam nicht das Menschenrecht der Scharia untergeordnet ist – dem wurde zugestimmt, mit dem Hinweis, dass die Scharia "Gesetz" bedeutet und ganz unterschiedlich interpretiert wird. Es gibt derzeit auch kein Land in dem die Scharia so gelebt wird, wie sie entsprechend des Islams gelebt werden sollte.
Ganz konkret wurde aus dem Publikum die Frage nach der Konvertierung vom Islam zum Christentum angesprochen. Imam Rasheed äußerte sich dazu, dass dies im Koran nicht bestraft werde. Erst durch die unterschiedlichen politischen Interessen ist viel Leid gekommen. Die Themen Verschleierung (Christen müssen dies verstehen), missionarische Ahmadiyya-Bewegung der Muslime (wird von manchen als aufdringlich empfunden) und kulturelle Verschiedenheiten (Deutsche sind zu „kalt“) wurden noch angesprochen. Zudem kam noch das Thema auf, dass viele Menschen sich gar nicht für den Glauben interessieren und deswegen auch nicht fähig sind, friedlich über den Glauben ins Gespräch zu kommen.
Bei der Abschlussrunde hat K.G. Schmid allen eine Hausaufgabe mitgegeben:
Betet für die Kultur, die unser Land prägen wird. T. Rasheed war wichtig, seine Perspektive auf den Islam darzustellen, dass Hass keine Option ist. Gemäß ihrem Wahlspruch "Liebe für alle, Hass für keinen". J. Schirmer hat darauf hingewiesen, dass es Orte braucht – damit Menschen miteinander in den Dialog, in das Gespräch über ihren Glauben kommen können. Als Christus-Gemeinde bieten Sie dazu unter anderen den Alphakurs an, an dem es jedem frei steht, teilzunehmen und über den christlichen Glauben ins Gespräch zu kommen. 2018.03.Dialog der Religionen2

Die interessante Gesprächsrunde wurde dann, etwas später als geplant, durch den Moderator W. Hensel mit einem Zitat von Hans Küng aus seinem Werk "Weltethos" beendet, welches zu einem friedlichem miteinander und respektvollen Umgang der verschiedenen Religionen und Menschen miteinander aufruft.


Birgit Lochner

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