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2017.11.GedankendesMonats

Nur wenige Leute trauen sich, vor vielen Men­schen zu sprechen – denn dann ist da gleich wieder die Angst: Was passiert, wenn ich mich verspreche oder mir auf einmal kein Wort mehr einfällt? Die Angst vor dem Schei­tern verhindert in vielen Köpfen schon den Versuch. Ähnlich geht es vielen Menschen, die eigentlich zu ihrem Glauben an Jesus stehen und anderen davon erzählen wollen – es aber aus Angst vor dem Scheitern nicht wagen.

Häufig erlebe ich, wie Menschen sich nicht trauen etwas anzupacken, weil sie Angst haben, zu scheitern. Bei unserem Bibellese­projekt hat mich dieser Gedanke gepackt: Der Glaube an Jesus macht uns mutig zu tun, was Gott will.

Das sehen wir auch in der Bibel. So steht in der Beschreibung der „Glaubenshelden“ in Hebräer 11,33-34: „Was haben Menschen wie sie durch ihren Glauben nicht alles zu­stande gebracht! Sie zwangen Königreiche nie­der, sie sorgten für Recht und Gerechtigkeit, sie erleb­ten die Erfüllung von Zusagen, die Gott ihnen gemacht hatte, sie hielten Löwen das Maul zu, sie blieben mitten im Feuer unberührt von den Flammen, sie entkamen dem tödlichen Schwert, sie wurden, wo es ihnen an Kraft fehlte, von Gott gestärkt, sie erwiesen sich als Helden im Kampf, sie schlugen feindliche Heere in die Flucht.“

Auch die Aussage von Martin Luther dazu hat mich sehr inspiriert: „Glaube ist eine leben­dige, verwegene Zuversicht auf Gottes Gna­de. Und solche Zuversicht macht fröhlich, mutig und voll Lust zu Gott und allen Ge­schöpfen.“

Wie toll wäre es, wenn jeder und jede in der Christus-Gemeinde Gott so sehr vertraut, dass wir mutig große Dinge wagen – aus Lust an Gott und seinen Geschöpfen. Das meint nicht, aus Dummheit oder Unwissenheit zu agieren, sondern zu wissen, dass Gott größer ist als alle Beschränkungen. Dazu braucht es echten Glaubensmut.

Wie kann sich Glaubensmut entwickeln?

Als Kind hat mich ein Artist in einem Zirkus sehr fasziniert: Wie er an Ringen durch die Luft gewirbelt ist und sich trotzdem noch getraut hat, dort hoch oben verwegene Kunst­stücke zu machen. Woher nahm er den Mut dazu? Warum überwand er seine Angst und traute sich solche Sprünge, die doch auch schiefgehen können?

Er tat dies bestimmt mit dem Vertrauen, dass ein Sicherungsnetz unter ihm aufgespannt ist! Auch wenn er einen Fehler macht, auch wenn er scheitert bei einem mutigen Sprung, so weiß er: Wenn ich falle, werde ich aufgefan­gen.

Ebenso kann unser Glaubensmut wachsen: Wir besinnen uns darauf, dass wir durch Gottes Gnade gehalten und getragen sind, bedingungslos, in seinem Sohn Jesus Christus.

Auch wenn wir mit unserm Handeln schei­tern, auch wenn wir Fehler machen oder ver­sagen: Wir bleiben Gottes geliebte Kinder und Erben des Himmelreichs, denn das hängt nicht an unserm Tun, sondern an der Erlösung durch Jesus Christus, die wir im Glauben ergreifen. Und deshalb können wir im Glau­ben große Dinge wagen.

Liebe Grüße  

Jonathan Schirmer, Pastor

 

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