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2017.10.Leitartikel

Eine der Herausforderungen unseres Lebens ist (was uns häufig nicht bewusst ist), dass sich gute Dinge sehr langsam, Stück für Stück entwickeln. Wir werden deshalb manchmal verunsichert und fragen uns: passiert da über­haupt noch etwas, Gott? Viele Katastrophen dagegen kommen sehr schnell und plötzlich - wie beispielsweise der Amoklauf von Win­nenden 2009 oder der Zugunfall in Eschede 1998. Das kam sehr plötzlich und hat den Ort über Jahre verändert. Aber Gutes kommt mit einer ganz anderen Geschwindigkeit. Denn: Gutes wächst langsam, Katastrophen passieren schnell.

Woche für Woche, Jahr für Jahr investieren sich beispielsweise die Teamleiter in ihr Ran­ger-Team, damit die 8-jährigen Kinder zu jungen Erwachsenen heranreifen können. Es braucht viele Treffen, um Vertrauen aufzubau­en, Glauben zu vermitteln und sie in ihren Höhen und Tiefen zu begleiten. Sie zu lieben, anzuleiten und immer wieder herauszufor­dern. Hier ist ein dauerhaftes Dranbleiben nötig. Es braucht Zeit, damit sich gute Dinge entwickeln können.
Dies ist auch in den Firmen so. Mancher betet Tag für Tag: „Herr, hier bin ich, ich gebe dir mein Leben, wirke durch mich.“ Und fragt sich dann: Bringt das etwas?

Auch im Bibelleseprojekt kann man manchmal denken: Naja, der große Durchbruch ist bei mir jetzt noch nicht passiert – warum sollte ich jetzt weitermachen? In all diesen Dingen kann man auch mal müde werden.

Zu den Gemeinden in Kleinasien sagt Paulus deshalb ganz eindringlich:
„Lasst uns daher nicht müde werden, das zu tun, was gut und richtig ist. Denn wenn wir nicht aufgeben, werden wir zu der ´von Gott` bestimmten Zeit die Ernte einbringen. “

Galater 6,9 (NGÜ)

Lasst uns nicht müde werden, das zu tun, was gut und richtig ist … dann werden wir auch ernten. Paulus nutzt hier ein Bild aus der Landwirtschaft – die Ernte (an welche wir uns am Erntedankfest im Oktober erinnern) braucht eine lange Vorbereitung. Ich wünschte mir, er hätte hier eine andere Metapher ver­wendet: Einen Raketenstart oder eine Explosi­on. Doch dies ist häufig nicht Gottes Methode, eher die der Katastrophen. In der Landwirt­schaft wird zuerst lange der Boden beackert und dann gesät. Und dann wird gewartet! Von Sonnenaufgang – bis zum Sonnenuntergang. Woche für Woche, Monat für Monat. Das Wachstum des Guten braucht viel Zeit und geht manchmal nur unmerklich, in kleinen Stücken voran. Manchmal wächst das Unkraut scheinbar schneller und häufig sieht man lange Zeit gar keine Entwicklung.

Lasst uns daher nicht müde werden – und auch darauf achten, dass wir nicht müde wer­den. Denn: keiner erntet zur selben Zeit, zu der gesät wurde.

Deshalb bleib dran: Hör nicht auf, jeden Tag um Gottes Reich zu beten und dich großzügig dafür einzusetzen, selbst wenn du noch nichts siehst. Höre nicht auf, dich in die Entwicklung junger Menschen zu investieren, selbst wenn das „Unkraut“ gerade schnell wachsen sollte. Hör nicht auf, dein geistliches Leben und das deiner Kleingruppe zu pflegen. (z.B. Bibelleseprojekt). Ich möchte dich ermutigen: Bleibe treu, trachte weiter nach Gottes Reich, hör nicht auf zu lieben, hör nicht auf zu säen, und dem Herrn zu vertrauen.

Denn es gibt eine Ernte - wenn wir nicht müde werden. Denn: Gutes wächst langsam!

Liebe Grüße

Jonathan Schirmer, Pastor

 

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