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2017.05.Leitartikel

In den letzten Wochen war ich häufig auf dem Wertstoffhof Weil der Stadt, da wir zu­hause Platz schaffen mussten. Die ca. 20 (ge­fühlt mehr!) Sortiermöglichkeiten für Wert­stoffe senden mir jedes Mal eine Botschaft: ALLES landet mal auf dem Wertstoffhof, auf dem Müll, dem Schrottplatz oder im Bau­schutt. Nichts ist unvergänglich. Alles hat nur eine gewisse „Haltbarkeitsdauer“.

Ich finde das sehr ernüchternd. Denn das lässt sich häufig schwer vorstellen, wenn wir vor einem schönen neuen Auto oder einem Neu­bau stehen. Die Jünger Jesu standen vor einer der schönsten Sehenswürdigkeiten der ganzen Welt und wollten Jesus diese Pracht zeigen. Doch er dachte ganz anders:

„Und Jesus ging aus dem Tempel fort und seine Jünger traten zu ihm und zeigten ihm die Gebäude des Tempels. Er aber sprach zu ihnen: Seht ihr nicht das alles? Wahrlich, ich sage euch: Es wird hier nicht ein Stein auf dem andern bleiben, der nicht zerbrochen werde.“ Matthäus 24,1-2

Drücken nicht gerade Häuser den Wunsch nach etwas Unvergänglichem, ja einer zuver­lässigen WERT-Anlage aus? "Gib mir was, irgendwas, das bleibt" singt Silbermond und drückt damit unsere tiefe Sehnsucht nach Beständigkeit, Sicherheit und Wert aus. Ganz weit weg vom Wertstoffhof.

Aber Jesus sagt: „Alles wird zerstört“. Er spricht mit den Jüngern über eine riesige Veränderung, die eintreten wird. Über das Ende der Welt und zugleich über die irdische Vergänglichkeit. Denn: Alles, was bisher wertvoll war, wird irgendwann, spätestens am Ende dieser Welt, schrottreif sein. Denn was bleibt, wenn Himmel und Erde vergehen noch übrig? Jesus sagt: "Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen." Matthäus 24,35

Seine Worte erhalten ihren Wert dauerhaft und hören niemals auf, lebensspendend zu sein. Selbst wenn in unserem Leben oder in den Kämpfen dieser Welt Himmel und Erde vergehen. Selbst wenn wir alles verlieren, abgeben müssen oder in unserem Leben „kein Stein auf dem anderen“ bleibt: Seine Worte behalten ihren Wert! Sie veralten und verros­ten nicht. Denn es sind Gottes Worte und ER steht über aller Vergänglichkeit.

"Der ist kein Narr, der hingibt, was er nicht behalten kann, damit er gewinnt, was er nicht verlieren kann,“ sagte der junge Jim Elliot und war bereit, alles für Jesus aufzugeben, sogar sein Leben.

Ein paar Schlussfolgerungen daraus: 1. Wenn alles außer Gottes Wort vergänglich ist, lohnt es sich dauerhaft nicht, sein Leben für Ver­gängliches zu verausgaben, nur um immer mehr Material anzuhäufen! 2. Was niemals verschrottet oder aussortiert wird, das ist wirklich wertvoll und nachhaltig. Jesus sagt hier: Sein Wort wird nicht vergehen! Nicht jeder versteht diese Investitionsempfehlung Jesu. Wer sich ihm jedoch öffnet, erlebt den Segen dieses Wortes sogar jetzt schon in sei­nem Leben. Daher: 3. Die Beschäftigung mit Gottes Wort lohnt sich immer und enthält ein großes Wertschöpfungspotential. Es zeigt uns Wege aus der Enge und dem Druck des Le­bens und vermittelt uns Gottes erfrischende, ewige Perspektive!

Mit diesen Worten entsorgt Jesus den ganzen Materialismus auf dem Wertstoffhof! Denn alles landet irgendwann auf dem Müll oder dem Wertstoffhof. Aber ER gibt uns zugleich eine größere Hoffnung, denn seine Worte werden nicht vergehen.

Jonathan Schirmer, Pastor

 

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