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5.2016Leitartikel

Angst lähmt. Sie kann handlungsunfähig machen und uns in Krisensituationen falsch reagieren lassen. Die berühmte Maus vor der Schlange, die es vor Schreck nicht wagt, sich zu bewegen, ist dafür nur eines von vielen Beispielen. Das Wort Verzagtheit beschreibt beides: Die Furcht und die Angst zu handeln.
Der junge Timotheus, an den diese Verse geschrieben wurden, stand in der Gefahr, die Furcht groß werden zu lassen und verzagt zu handeln. Anzeichen dafür gab es schon: Er reagierte nicht mehr so, wie es eigentlich angemessen war, sondern begann sich zu schämen für seinen Glauben an Jesus und für seinen Freund und Mentor Paulus, der im Gefängnis saß (vgl. 2. Tim 1,8). Zudem hörte er auf, seine gottgegebenen Gaben und Fähigkeiten zu nutzen (vgl. V. 6).
Deshalb erinnert ihn Paulus an den Heiligen Geist, dessen Gegenwart und Wirken sie bereits vielfach erfahren hatten. Denn der Heilige Geist ist das „Gegenmittel“ gegen diese Verzagtheit, diese lähmende Angst. Er nimmt die Furcht, macht besonnen, handlungsfähig und gibt neue Liebe in unser Herz.
Dies sieht man auch gut bei einer anderen Person: Petrus. Er hatte so viel Angst vor den Menschen, dass er drei (!) mal wegen Jesus gelogen hatte. Er sagte sinngemäß: „Jesus? Kenn ich nicht! Nein, ich gehöre natürlich auch nicht zu ihm!“ Petrus hat später deswegen bitterlich geweint und es tat ihm leid. Aber: Nachdem die ersten Jünger und auch Petrus an Pfingsten die Erfüllung mit dem Heiligen Geist erlebt hatten, stand Petrus trotz riesigem Wider-stand auf und begann frei über den Jesus zu sprechen, den er noch Tage zuvor verleugnet hatte (vgl. Apg. 2,14). Da war keine Spur Verzagtheit mehr sichtbar. Die Nähe und Gegenwart des Heiligen Geistes bewirkte bei Petrus einen großen Unterschied!
Diese Nähe und Gegenwart des Heiligen Geistes nimmt auch unsere Verzagtheit. Daran erinnert Paulus den Timotheus. Durch den Heiligen Geist wird aus Angst Mut, aus Hass wird Liebe und aus Leicht-fertigkeit wird Besonnenheit. Der Heilige Geist macht die Furcht kleiner; er selbst schafft die Freiheit, damit wir so handeln können wie Gott es will. An diesen guten und befreienden Heiligen Geist erinnert Paulus den jungen Timotheus, damit er eben nicht verzagt zurückweicht, seine (geistlichen) Gaben und Fähigkeiten ignoriert oder sogar panisch reagieren muss.
Wenn es nun also irgendeine lähmende, einengende Furcht in unserem Leben gibt, möchte Gott uns durch seinen Geist handlungsfähig machen. Sich daran zu erinnern hilft und schafft Freiraum für Taten der Liebe. Diesen Freiraum, zu tun was Gott möchte, wünsche ich uns. Und dieser Freiraum entsteht durch Gottes Geist!
Liebe Grüße
Jonathan Schirmer, Pastor

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