Menü

181240 Web R B By Jrgen Reitbck Pixelio.de
Jürgen Reitböck / pixelio.de

Hoch-)Schulrankings, Hotelbewertungen, der (Ebay-)Verkaufsrang und das Unternehmensranking. Nur die besten 10 % sind  gerade noch gut genug. „Sehr gut“ ist die neue Norm und nur das wird gekauft oder bekommt den begehrten Job. Mal ehrlich: Wer möchte nicht zu den Besten gehören? Das beste Produkt kaufen oder am tollsten sein?

Auch die Jünger von Jesus wollen ihr Ranking erfahren. Wollten sehen wer denn nun von Ihnen der Größte und Beste ist. Es ist doch so wichtig zu wissen für … das Selbstwertgefühl. Bin ich gut? Werde ich angenommen?

Was antwortet Jesus auf ihre Herzensfrage nach Größe, Geltung und Bedeutung?

Jesus geht weg! Und ruft ein kleines Kind herbei: Schüchtern! Verletzlich! Unsicher! Das dachten bestimmt die Jünger.
Und dann stellt er es in ihre Mitte. Die großen erwachsenen Männer schauen einen Meter hinab, auf das Kind in ihrer Mitte.
Sie sehen "Das" Kind. Im Bibeltext (Mt 18,2) steht keine Geschlechtsangabe, keine Produktspezifizierung. Es ist ein Neutrum - Kinder waren so wenig beachtet, dass uninteressant war, ob sie Junge oder Mädchen sind. Männer sprachen kaum mit Kindern, sie sind ja „nicht wichtig“. Vielleicht war dieses Kind ein kleines Mädchen. Denn Mädchen wurden damals immer wieder kurz nach der Geburt ausgesetzt und wilden Tieren vor-geworfen. Auch heute noch ist die Abtreibungsrate bei Mädchen, vor allem auch im asiatischen Raum, phänomenal hoch. „Unwichtig“ - diesen Stempel geben manche Menschen den Kindern.

Ein kleines Kind
redsheep / pixelio.de

Jesus stellt ihnen das Kind zur Betrachtung in die Mitte: Die zarten Hände, vielleicht ineinander verknotet. Kleine Arme, unruhige Füße, die unsicheren Augen. Ein kleines Kind. Dann sagt Jesus:

Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen.

Matthäus 18,3 (Losung für September 2015)

Jesus macht hier eine deutliche Aussage: Im Reich Gottes - dem Ort, an dem Gott der Herr ist, dort wo der "Himmel" auf Erden sein soll - geht es nicht um das Überleben des Stärkeren. Sein Reich wird nicht das Ergebnis irgendeines langen evolutionären Prozesses sein, in dem die stärksten, schnellsten, lautesten, zornigsten Menschen vor allen anderen an die Spitze kommen. Die Helden der Vergangenheit mit ihrem militärischen Mut und Erfolg werden nicht mehr die ersten auf der Liste sein.

Ein kleines Kind steht dort vor ihnen:

bereit zuzuhören, mit hellen Augen, verletzlich und bereit, geliebt zu werden und zu lieben, zu lernen und zu wachsen. „So sieht wahre Größe aus“, sagt der Größte von ihnen. Geh und lerne etwas darüber! Mehr noch: Geh und mach es genauso! Orientiere dich an dem Kind. Antwortet Jesus. Bist du bereit, dich an den Besten, an Kindern, zu orientieren? Bereit zuzuhören, verletzlich zu sein? Bereit, dich lieben zu lassen und zu lieben? Ehrlich zu sein vor Gott? Unser (menschliches) Ranking stellt Jesus völlig auf den Kopf! Vor Gott dürfen wir sein Kind sein. Im Urlaub, beim Schul- oder Jobstart und mitten im Sommer von den Besten lernen und uns von Gott lieben lassen.

Und woran orientierst du dich?

Jonathan Schirmer, Pastor

Zum Seitenanfang