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Wir waren in Eile und fuhren schnell. Der nächste Termin stand an und, wie häufig, waren wir spät dran. Tino, ein guter Freund von mir hatte mich dazu abgeholt. Er war Unternehmer, hatte mehrere Mitarbeiter und musste daher immer viele Telefonate führen. Er fuhr und plötzlich sagte er: „Oh Jonathan, ich habe etwas vergessen. Ich muss noch Geld holen und einen Anruf machen vor dem nächsten Treffen. Könntest du mir dabei helfen?“ Ich sagte: „Ja ..., aber wie?“ Er holte, noch während er fuhr, seine Bankkarte raus, reichte sie mir und sage: „Der Pin ist 7802. Könntest du für mich
500 € abheben? Dort drüben ist ein Bankautomat. Dann kann ich noch kurz den Anruf machen.“ Das war das erste Mal, dass mir jemand seine Bankkarte und seine PIN anvertraut hatte. Ich bin natürlich nicht damit geflohen, sondern es ist alles gut gegangen. Wem vertraust du deine Kontonummer an? (Hinweis 7802 ist natürlich nicht seine richtige Pin… Mal ehrlich: Mancher tut sich da schon schwer beim Ehepartner. Oder unser Auto, unsere Geheimnisse oder unser Leben? Tino war
bereit,mir zu vertrauen und das hat etwas in mir ausgelöst. Es hat mir gezeigt: Er schätzt mich und vertraut mir. Er vertraute mir nicht nur seine Bankkarte an, sondern in unseren Gesprächen redeten wir auch über die Dinge, die uns wirklich schwer fielen und die man sonst nicht offen bespricht. Seine Offenheit und sein Vertrauen hat auch mich offen gemacht über das zu sprechen was mich wirklich bewegt.

Ich denke, hier liegt ein biblisches Prinzip:
Echte Liebe ist bereit zu vertrauen.

In der Bibel gibt es dieses Prinzip an verschiedenen Stellen und Jesus selbst ist hier außergewöhnlich: Er vertraute Menschen sogar große und wichtige Dinge an und zeigte ihnen dadurch, wie wertvoll sie in seinen Augen sind. Sogar Judas, dem Dieb, der ihn später verriet, hat Jesus seine Liebe gezeigt und viele Dinge anvertraut. Die Gruppenkasse, sein Innerstes, seine Worte und Pläne. Obwohl Jesus wusste, dass er ihn verraten würde, war er bereit ihn trotzdem zu lieben (vgl. Joh.12,6 –Kap 14.).

Ähnlich durfte in „Das Kreuz und die Messerhelden“ (ein wahrer, interessanter und doch schon älterer biografischer Bericht) der junge Bandenführer, Dieb und Mörder Nicky Cruz in einem Gottesdienst die Kollekte einsammeln. Dieses Vertrauen beeindruckte Nicky und obwohl er daran dachte mit dem Geld durchzubrennen, tat er es nicht! Sondern Gottes Liebe kam in sein Herz.

Wenn man wirklich Beziehung leben will, dann gibt es keine Alternative, als anderen Menschen Dinge anzuvertrauen, die einem selbst wertvoll sind. Natürlich mit dem Risiko, dass dabei auch etwas kaputtgehen kann. Denn Liebe und Vertrauen gehören zusammen. Gott selbst hat es uns vorgemacht: Er hat uns viel anvertraut und alles für uns hingegeben. Gerade darin hat er uns seine Liebe gezeigt. Daher:

 

Unser Jahresmotto als Christus-Gemeinde 2016Liebe Grüße,

Jonathan Schirmer, Pastor

 

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