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Gedanken zum Monat

2017.12.Leitartikel

Diese Frage beschäftigt viele Menschen: Wie kann es denn sein, dass Gott das Wohlergehen der Bösen, der Diktatoren und Despoten in dieser Welt zulässt? Und gleichzeitig viele Gläubige in bitterer Armut und Unsicherheit leben müssen?

Auch der Prophet Habakuk hatte dazu Fragen an Gott: „Warum siehst du dann aber den Räubern zu und schweigst, wenn der Gott­lose den verschlingt, der gerechter ist als er?“ (Habakuk 1,13b). Seine Fragen waren nicht nur „Theorie“. Denn er sah das konkrete Unrecht im Land! Aber anstatt an Gott zu verzweifeln fing er an, ihn intensiv zu su­chen! Ja, er wartete solange auf einen Wachturm (vgl. Habakuk 2,1), bis Gott ihm auf seine Frage antwortet.

Was sagt Gott dazu?

Gott lässt sich auf seine Fragen ein und er antwortet ihm. Aber die Antwort sollte nicht nur ihn ermutigen, der er oben auf dem Turm saß: Was Gott ihm sagte, sollte er in Schönschrift auf Tafeln schreiben, damit es jeder mühelos, sogar im Vorbeige­hen, lesen kann. Er wollte ihm und dem Volk deutlich antworten, da die Zeit für die Erfüllung dieser (konkreten) Weissagung noch nicht gekommen war. Doch später sollte sich jeder an die Aussagen Gottes erinnern können, wenn es den Bösen nicht mehr gut geht. Was stand auf diesen Ta­feln?

Siehe, wer halsstarrig ist, der wird keine Ruhe in seinem Herzen haben, der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben (Habakuk 2,4).

Gott kündigt allen Menschen unübersehbar an: Alles Rühmen und das scheinbare Gute des Bösen wird letztlich nicht bleiben! Jeder der geduldig wartet wird sehen, dass Hals­starrigkeit, Treulosigkeit und Unglauben sich langfristig nicht durchsetzen und für solche Menschen kein Gewinn sein wird. Habakuk 2,5-13 beschreiben das noch aus­führlicher.

Doch der aufrichtige Mensch, der Gerechte, wird überleben! Er wird überwinden – durch den Glauben. Denn er ist durch den Glauben gerecht(fertigt). Glauben bedeutet nicht „moralische Standhaftigkeit“, sondern das Vertrauen darauf, dass Gott sich treu bleibt. Im Neuen Testament ist Habakuk 2,4b deshalb auch mehrfach als Begrün­dung für das Leben durch den Glauben an Christus, der uns gerecht macht, angeführt (vgl. Römer 1,17, Galater 3,11 sowie Hebrä­er 10,38). Die ganze Bibel macht von An­fang bis hin zum letzten Buch deutlich: Der Gläubige wird letztlich der Glückliche sein. Er wird leben und Gottes Zuwendung genießen dürfen – ob nun mit oder ohne Wohlergehen in dieser Welt.

Was für eine Zusage! Was für eine Hoff­nung, die alle an Christus Gläubigen gerade auch in der Adventzeit ermutigen kann.

Selbst wenn noch so viel Böses in dieser Welt ist: Lass dich trotzdem nicht durch böse Menschen beeindrucken. Ihr Wohler­gehen ist nicht dauerhaft. Lass dich aber auch nicht von dem immer wieder man­gelnden Wohlergehen der Gläubigen be­drücken – auch das ist zeitlich begrenzt. Denn wer zuletzt lacht, lacht am besten. (vgl. Psalm 126!)

Liebe Grüße

Jonathan Schirmer, Pastor

 

2017.11.GedankendesMonats

Nur wenige Leute trauen sich, vor vielen Men­schen zu sprechen – denn dann ist da gleich wieder die Angst: Was passiert, wenn ich mich verspreche oder mir auf einmal kein Wort mehr einfällt? Die Angst vor dem Schei­tern verhindert in vielen Köpfen schon den Versuch. Ähnlich geht es vielen Menschen, die eigentlich zu ihrem Glauben an Jesus stehen und anderen davon erzählen wollen – es aber aus Angst vor dem Scheitern nicht wagen.

Häufig erlebe ich, wie Menschen sich nicht trauen etwas anzupacken, weil sie Angst haben, zu scheitern. Bei unserem Bibellese­projekt hat mich dieser Gedanke gepackt: Der Glaube an Jesus macht uns mutig zu tun, was Gott will.

Das sehen wir auch in der Bibel. So steht in der Beschreibung der „Glaubenshelden“ in Hebräer 11,33-34: „Was haben Menschen wie sie durch ihren Glauben nicht alles zu­stande gebracht! Sie zwangen Königreiche nie­der, sie sorgten für Recht und Gerechtigkeit, sie erleb­ten die Erfüllung von Zusagen, die Gott ihnen gemacht hatte, sie hielten Löwen das Maul zu, sie blieben mitten im Feuer unberührt von den Flammen, sie entkamen dem tödlichen Schwert, sie wurden, wo es ihnen an Kraft fehlte, von Gott gestärkt, sie erwiesen sich als Helden im Kampf, sie schlugen feindliche Heere in die Flucht.“

Auch die Aussage von Martin Luther dazu hat mich sehr inspiriert: „Glaube ist eine leben­dige, verwegene Zuversicht auf Gottes Gna­de. Und solche Zuversicht macht fröhlich, mutig und voll Lust zu Gott und allen Ge­schöpfen.“

Wie toll wäre es, wenn jeder und jede in der Christus-Gemeinde Gott so sehr vertraut, dass wir mutig große Dinge wagen – aus Lust an Gott und seinen Geschöpfen. Das meint nicht, aus Dummheit oder Unwissenheit zu agieren, sondern zu wissen, dass Gott größer ist als alle Beschränkungen. Dazu braucht es echten Glaubensmut.

Wie kann sich Glaubensmut entwickeln?

Als Kind hat mich ein Artist in einem Zirkus sehr fasziniert: Wie er an Ringen durch die Luft gewirbelt ist und sich trotzdem noch getraut hat, dort hoch oben verwegene Kunst­stücke zu machen. Woher nahm er den Mut dazu? Warum überwand er seine Angst und traute sich solche Sprünge, die doch auch schiefgehen können?

Er tat dies bestimmt mit dem Vertrauen, dass ein Sicherungsnetz unter ihm aufgespannt ist! Auch wenn er einen Fehler macht, auch wenn er scheitert bei einem mutigen Sprung, so weiß er: Wenn ich falle, werde ich aufgefan­gen.

Ebenso kann unser Glaubensmut wachsen: Wir besinnen uns darauf, dass wir durch Gottes Gnade gehalten und getragen sind, bedingungslos, in seinem Sohn Jesus Christus.

Auch wenn wir mit unserm Handeln schei­tern, auch wenn wir Fehler machen oder ver­sagen: Wir bleiben Gottes geliebte Kinder und Erben des Himmelreichs, denn das hängt nicht an unserm Tun, sondern an der Erlösung durch Jesus Christus, die wir im Glauben ergreifen. Und deshalb können wir im Glau­ben große Dinge wagen.

Liebe Grüße  

Jonathan Schirmer, Pastor

 

 

2017.10.Leitartikel

Eine der Herausforderungen unseres Lebens ist (was uns häufig nicht bewusst ist), dass sich gute Dinge sehr langsam, Stück für Stück entwickeln. Wir werden deshalb manchmal verunsichert und fragen uns: passiert da über­haupt noch etwas, Gott? Viele Katastrophen dagegen kommen sehr schnell und plötzlich - wie beispielsweise der Amoklauf von Win­nenden 2009 oder der Zugunfall in Eschede 1998. Das kam sehr plötzlich und hat den Ort über Jahre verändert. Aber Gutes kommt mit einer ganz anderen Geschwindigkeit. Denn: Gutes wächst langsam, Katastrophen passieren schnell.

Woche für Woche, Jahr für Jahr investieren sich beispielsweise die Teamleiter in ihr Ran­ger-Team, damit die 8-jährigen Kinder zu jungen Erwachsenen heranreifen können. Es braucht viele Treffen, um Vertrauen aufzubau­en, Glauben zu vermitteln und sie in ihren Höhen und Tiefen zu begleiten. Sie zu lieben, anzuleiten und immer wieder herauszufor­dern. Hier ist ein dauerhaftes Dranbleiben nötig. Es braucht Zeit, damit sich gute Dinge entwickeln können.
Dies ist auch in den Firmen so. Mancher betet Tag für Tag: „Herr, hier bin ich, ich gebe dir mein Leben, wirke durch mich.“ Und fragt sich dann: Bringt das etwas?

Auch im Bibelleseprojekt kann man manchmal denken: Naja, der große Durchbruch ist bei mir jetzt noch nicht passiert – warum sollte ich jetzt weitermachen? In all diesen Dingen kann man auch mal müde werden.

Zu den Gemeinden in Kleinasien sagt Paulus deshalb ganz eindringlich:
„Lasst uns daher nicht müde werden, das zu tun, was gut und richtig ist. Denn wenn wir nicht aufgeben, werden wir zu der ´von Gott` bestimmten Zeit die Ernte einbringen. “

Galater 6,9 (NGÜ)

Lasst uns nicht müde werden, das zu tun, was gut und richtig ist … dann werden wir auch ernten. Paulus nutzt hier ein Bild aus der Landwirtschaft – die Ernte (an welche wir uns am Erntedankfest im Oktober erinnern) braucht eine lange Vorbereitung. Ich wünschte mir, er hätte hier eine andere Metapher ver­wendet: Einen Raketenstart oder eine Explosi­on. Doch dies ist häufig nicht Gottes Methode, eher die der Katastrophen. In der Landwirt­schaft wird zuerst lange der Boden beackert und dann gesät. Und dann wird gewartet! Von Sonnenaufgang – bis zum Sonnenuntergang. Woche für Woche, Monat für Monat. Das Wachstum des Guten braucht viel Zeit und geht manchmal nur unmerklich, in kleinen Stücken voran. Manchmal wächst das Unkraut scheinbar schneller und häufig sieht man lange Zeit gar keine Entwicklung.

Lasst uns daher nicht müde werden – und auch darauf achten, dass wir nicht müde wer­den. Denn: keiner erntet zur selben Zeit, zu der gesät wurde.

Deshalb bleib dran: Hör nicht auf, jeden Tag um Gottes Reich zu beten und dich großzügig dafür einzusetzen, selbst wenn du noch nichts siehst. Höre nicht auf, dich in die Entwicklung junger Menschen zu investieren, selbst wenn das „Unkraut“ gerade schnell wachsen sollte. Hör nicht auf, dein geistliches Leben und das deiner Kleingruppe zu pflegen. (z.B. Bibelleseprojekt). Ich möchte dich ermutigen: Bleibe treu, trachte weiter nach Gottes Reich, hör nicht auf zu lieben, hör nicht auf zu säen, und dem Herrn zu vertrauen.

Denn es gibt eine Ernte - wenn wir nicht müde werden. Denn: Gutes wächst langsam!

Liebe Grüße

Jonathan Schirmer, Pastor

 

Urlaub

Im August und September, der Zeit von Semester- oder Sommerferien, machen viele von uns Urlaub und suchen dabei Erholung.

Auch Jesus plante mit seinen Jüngern beson­dere Auszeiten, nachdem sie lange für ihn unterwegs waren:

"Da sagte Jesus zu ihnen: »Kommt, wir ge­hen an einen einsamen Ort, wo wir allein sind und wo ihr euch ein wenig ausruhen könnt.« Denn es war ein ständiges Kommen und Gehen, sodass sie nicht einmal Zeit zum Essen fanden. Sie fuhren also mit einem Boot an einen einsamen Ort, um allein zu sein. (MT 6,31-32 NGÜ)

Diese Wochenend-Segelboots-Tour mit Jesus kam trotzdem etwas anders als gedacht. Viele Menschen suchten Jesus trotz seines Urlaubes auf und wollten seine Worte des Lebens hö­ren. Und was tat Jesus? Zog er sich zurück und sagte: Kommt in drei Wochen wieder? Nein - Er hatte Erbarmen mit den Menschen, die Sehnsucht nach Leben hatten und sprach auch dort in der Einsamkeit zu ihnen. Für mich heißt das: Urlaub vom normalen Leben ist eine gute Sache, wir sollten ihn nur nicht zu einem Urlaub von Gott machen, sondern offen für sein Reden mitten im Urlaub bleiben. Dann werden wir Gott selber im Urlaub be­gegnen.

Wie kann das gelingen? Der chilenische Lai­enmissionar (kath.) Sebastian Campos hat für ein kath. Internetportal einige Punkte zusam­mengestellt, mit deren Hilfe die Ferienzeit auch eine Zeit des spirituellen Wachstums und der Vertiefung der Beziehung zu Gott werden kann. Diese Liste habe ich angepasst in einem Forum gefunden und nun noch etwas für uns aktualisiert:

  1. Der Besuch einer Kirche (Gemeinde) ist nicht nur religiöser Tourismus, sondern ein Besuch bei Jesus. Kirchen sind nicht nur archi­tektonische und kulturelle Schätze. Dabei vergessen wir leicht, dass Jesus in einer Kir­che/Gemeinde real anwesend ist und auf uns wartet. Genieße die Stille in alten Gemäuern, aber auch das Leben und die neuen Kontakte in modernen Freikirchen.

     Verzeichnisse von Kirchen & Freikirchen:

www.gemeindeatlas.de

www.christliche-gemeinden.eu

Viele christliche Gemeinden freuen sich sehr über den Besuch von Christen, selbst wenn sie nur zum Urlaub da sind. Und die Menschen dort können für dich vielleicht zu einer ganz besonderen Inspiration in deinem Glaubens­leben werden.

  1. Dein Smartphone kann dich auch mit dei­nem Glauben verbinden.

Mit dem Smartphone kann man nicht nur Urlaubsfotos machen, den Weg zu Sehens­würdigkeiten im Internet suchen und mit Verwandten und Freunden in Kontakt blei­ben. Es gibt Anwendungen, mit denen Du nahegelegene Kirchen/Gemeinden und deren Gottesdienstzeiten, die Bibel, Gebete, Nach­richten aus der Gemeinde am Ort und vieles mehr auf dein Smartphone holen kannst. Z.B. sind viele aktuelle Predigten bereits in unserer CGWAPP enthalten. Vielleicht hast du man­che einfach noch nicht gehört. Die kann man auch auf langen Autofahrten hören und da­nach darüber nachdenken. Nachdem es neu­erdings nun auch beim Datenroaming in Europa keine Grenzen mehr gibt, lässt sich auch deine Lieblings-Bibellese-App im Aus­land nutzen. Aber Achtung: Das Smartphone kann uns auch zum Arbeiten oder zur inneren Abwesenheit verleiten. Daher ist eine sparsa­mes, auf bestimmte Tätigkeiten beschränktes Nutzen förderlich für die Erholung.

  1. Die Suche nach schönen Fotomotiven ist eine Übung in Kontemplation.

Gott ist der Schöpfer der Landschaften, des Lichts, aller Dinge, die wir auf Fotos festhal­ten. Es ist, als ob er ein „Bild“ für dich ge­macht hätte, aber es ist kein Foto, sondern Wirklichkeit. Daher mache dir nicht zu viele Gedanken, ob das Foto nun gut geworden ist. Gott hat diesen Ort für dich gemacht, weil er dich liebt. Freu dich darüber und halte es im Foto fest - im Alter oder in Rückschau auf den Urlaub werden die Aufnahmen mehr als wertvoll. Manchmal ist es auch sehr erholsam, ein Blatt oder einen Berg mal lange zu betrach­ten und Gottes Größe und seine Liebe zum Detail zu erkennen.

  1. Nutze die Zeit, um Wunden zu heilen.

Die Anforderungen des Alltages verursachen immer wieder Verletzungen in unseren Fami­lien, insbesondere den Ehen. Nimm dir Zeit, ohne den Druck von Arbeit und Haushalt, über diese Verletzungen zuerst mit Gott und dann ggf. mit den Menschen zu sprechen und sie zu heilen. Genieße gemeinsame Stunden und Tage mit deinem Ehepartner und deinen Kindern. Manchmal hilft es auch, durch gute Fragen bewusst ein tiefgängiges Gespräch in Gang zu setzen.

  1. Gute Lektüre ist auch Gebet.

Gebet ist wichtig, aber im Urlaub hat man häufig einen ganz anderen Tagesrhythmus, der es schwer macht, Zeit für das Gebet zu finden. Im Urlaub nehmen sich viele auch Zeit zum Lesen. Ein gutes Buch kann dir beim Wachstum im Glauben helfen. Der Glaube ist nicht langweilig. Die Lebensgeschichten eini­ger Christen sind spannende Abenteuer. Wenn dir lesen schwerfällt, kannst du viel­leicht auch über ein Audiobuch hören, wel­ches dein Herz und Kopf bei Strandspazier­gängen, beim Abwasch auf dem Camping­platz oder in der Hängematte inspiriert. Doch lass dir auch Zeit, um die Infos zu verdauen und dadurch Gott zu dir sprechen zu lassen. Denn beten heißt auch, Gott zuhören, wenn er antwortet.

  1. Finde Jesus in den anderen.

Jesus ist da, in den Leidenden und Traurigen. Diese gibt es auch in Urlaubszielen. Vergessen wir sie nicht, auch wenn wir von Stränden, Schaufenstern und gutem Essen abgelenkt sind. Ferien sind eine gute Gelegenheit, die "leiblichen Werke" der Barmherzigkeit zu üben (schau dir dazu mal Matthäus 25 an).

Denke auch an die Vermieter, an die Gastwir­te und all die Bediensteten, die deinen Urlaub zum Urlaub machen. Jesus, der durch dich leuchten will, wird dir in ihnen auch begegnen können. So wie er sich auch ihnen durch dein Leben zeigen möchte.

  1. Nimm kein überflüssiges Gepäck mit.

Lass die Dinge zu Hause, die zu Hause blei­ben können. Dazu zählt auch die Arbeit. Nur wenige Dinge brauchst du in den Ferien wirk­lich. Dazu gehört die Familie, Freunde, ein wenig Kleidung und Geld, und natürlich deinen HERRN. Unnütze Dinge halten dich nur von der Erholung ab. Daher lieber 1-2 gute Spiele, Bücher usw. vorher für den Ur­laub bewusst auswählen, statt alles mitzu­schleppen. Mit wenig Gepäck bleibt auch mehr Zeit für Wichtiges.

Ich wünsche euch allen einen gesegneten und erholsamen Sommer und Urlaubszeit!

Liebe Grüße Jonathan Schirmer, Pastor

2017.07.Leitartikel

Hört sich spanisch an? Ist aber griechisch.

In unserer Schrift wäre μάρτυς Martys, was vielleicht den ein oder anderen an das Wort Märtyrer erinnert. Was verstehen wir unter einem Märtyrer? Dem ein oder anderen kommt vielleicht die Geschichte von Ste­phanus in den Sinn. Oder ein anderer Na­me aus unserer Geschichte. Ein Märtyrer wird heute verstanden als eine Person, die für ihre politischen oder religiösen Ansich­ten getötet wird. Aber eigentlich hat das Wort eine tiefere Bedeutung. Martys ist der Zeuge. Ein Zeuge ist jemand, der Kenntnis, Wissen oder Mitwissen hat und dadurch fähig ist, in Kenntnis zu setzen, ans Licht zu bringen oder etwas zu bestätigen. Mit der Pluralform Martyres werden in der Bibel häufig die Personen bezeichnet, welche die Tatsachen des Evangeliums verkünden und seine Botschaft verbreiten. Dies finden wir so auch in Apostelgeschichte 1,8:

Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist; und ihr werdet meine Zeugen sein, sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde.

Die Befähigung, Zeugen zu sein, geschieht durch die Bevollmächtigung mit dem Hei­ligen Geist. Dynamis ist im Gegensatz zur körperlichen Kraft die Fähigkeit und das Können, Macht auszuüben. Dynamis erin­nert vielleicht an Dynamit, den Sprengstoff. Dieses Bild ist ein gutes Beispiel, um die Kraft zu verstehen. Dynamit kann so eini­ges anrichten, wenn er mal gezündet wur­de. Und so ist es auch mit dieser Kraft. Es ist die Kraft Gottes, mit der wir hier zuge­rüstet werden. Dieselbe Kraft, welche Jesus von den Toten auferweckt hat. Diese Kraft ist mit dem Heiligen Geist in uns. Dadurch werden wir befähigt, Zeugen zu sein. Nicht nur einfach Zeugen, die vielleicht den Ver­brecher vorbeirennen sehen haben. Sondern Zeugen, die Mitwissen und Kenntnis ha­ben. Unser Zeugnis ist nicht irgendein Zeugnis; das Evangelium ist das Beste, was es für einen Menschen gibt. Es ist Erlösung und Befreiung aus Sünde und Egoismus. Es ist die Zusage eines liebenden Gottes. Es verheißt Leben und das für immer. Es ist Hoffnung und hat so viel Kraft, diese Welt zu verändern. Von dieser Botschaft können und sollen wir Zeugen sein, bis an das Ende der Erde, in die entferntesten Flecken der Welt. Sowohl in Weil der Stadt, als auch im ganzen Landkreis Böblingen und Stuttgart und bis an das Ende der Erde. Egal wo du bist, kannst du Zeuge sein. Du brauchst auch keine Angst zu haben, denn Gottes Kraft, der Heilige Geist lebt in dir. Wenn dein Zeugnis vielleicht auch auf Ablehnung stößt, mach dir keine Sorgen. So ging es schon vielen vor dir. Unsere Aufgabe ist es, Zeuge zu sein, und nicht zu überzeugen. Zeuge von dem, was wir erlebt haben, wo Gott in unser Leben gesprochen und ge­handelt hat. Was hast du zu erzählen? Was hindert dich daran?

Mona Krähling

                                          

Alle Predigten von Gottes Geist, die Gemeinde und ich?

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