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Gedanken zum Monat

2018.04.Leitartikel

„Wenn es also Ermahnung in Christus gibt, Zuspruch aus Liebe, eine Gemeinschaft des Geistes, herzliche Zuneigung und Erbarmen, dann macht meine Freude dadurch vollkommen, dass ihr eines Sinnes seid, einander in Liebe verbunden, einmütig und einträchtig.“

Philipper 2, 1-2

Liebe Gemeinde,

als Leitungsteam beschäftigen wir uns aktuell mit den Werten unserer Gemeinde. Teil dessen ist die Frage: „Wie gestalten wir unser Miteinander als Kinder in Gottes Familie?“

Marcel Rebiai sagt in seinem Buch „Gott schauen“ u.a. folgendes dazu:

Paulus besteht darauf, dass die, die zur Familie Jesu gehören, keinen Grund mehr haben, sich voneinander abzugrenzen. Im Gegenteil, wir dürfen uns einander zuwenden und das, was uns möglich ist tun, damit die Anderen Güte, Fürsorge, Rat und eine aus Liebe und Gottesfurcht geborene Ermahnung durch uns erfahren. Ein Mahner zu sein heißt, hinzuweisen auf die Kultur Gottes, auf den Lebensstil Jesu. Es bedeutet nicht, zu richten oder zu verdächtigen, sondern an Jesus zu erinnern:

Die Liebe Gottes wurde unter uns dadurch offenbart, dass Gott seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben. Nicht darin besteht die Liebe, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn als Sühne für unsere Sünden gesandt hat. Liebe Brüder, wenn Gott uns so geliebt hat, müssen auch wir einander lieben.

  1. 1. Johannes 4,9-11

Jesus erwartet von uns dieselbe bedingungslose Hingabe an unsere Brüder, wie er sie uns erweist. Es ist unsere Berufung als Söhne und Töchter Gottes, immer mehr in das Bild seines geliebten Sohnes verwandelt zu werden (Römer 8,29). Das Bild Jesu nimmt oft nur langsam Gestalt in uns an.

Wenn wir uns aufmachen und uns dem Anderen zuwenden, begegnen uns nicht selten Undankbarkeit, Misstrauen oder Hochmut. Die Versuchung ist dann groß, aufzugeben. Doch die Liebe, zu der wir berufen sind, entspringt nicht unserer eigenen Kraft, sondern fließt aus der unerschütterlichen und letztlich siegreichen Liebe Gottes, die sich eine Bahn schaffen will durch unser Herz zu dem anderen hin.

Diese Liebe kann sich aber nur Bahn schaffen, wenn die Reaktionen unseres Nächsten auf unsere Zuwendung uns weder bedrohen noch verletzen können. Die dazu nötige Festigkeit erlangen wir, wenn wir im Alltag an der einzigen Quelle echten Lebens auftanken. (Ende Zitat) 

Gemeinsam an der Quelle auftanken - das wollen wir in diesem Jahr und dazu wollen wir weitere Möglichkeiten anbieten. Bitte begleitet dies und die Arbeit der Gemeindeleitung im Gebet.

Eure Gemeindeleitung

2018.03.Leitartikel

Anfang des Jahres haben mich mehrere Berichte über die auf ein historisches Tief gesunkene Zahl der Organspender in Deutschland sehr berührt. Dabei ist die Zahl der Organspender im Jahr 2017 auf 797 in ganz Deutschland gesunken. Dabei warten derzeit in Deutschland mehr als 10.000 Personen auf eine Organspende – und wenn sich nichts ändert, wird etwa ein Drittel der Personen auf der Warteliste sterben, weil nicht rechtzeitig ein geeignetes Spenderorgan gefunden werden kann[1]. Der akute Mangel kommt unter anderem auch daher, dass zwar die meisten Deutschen (man spricht von ca. 75 %) grundsätzlich bereit wären, ihre Organe nach ihrem Tod einem anderen Menschen zur Verfügung zu stellen, jedoch nur etwa 20% der Bevölkerung einen ausgefüllten Organspenderausweis besitzt.
Wenn ich auf ein Spenderorgan warten würde, wäre ich selber doch sehr glücklich, wenn andere bereit dazu wären, mir ihr Organ zu spenden. Wie dankbar wäre ich, wenn ich dann das passende Organ bekommen und weiterleben zu könnte.
Genau das hat Jesus auch schon für uns getan: Er hat sein Leben hingegeben (wohlgemerkt: das ist noch mehr als eine Organspende jemals bedeuten kann), um unser Leben umfassend zu retten! Er zeigte uns dadurch, wie sehr er uns liebt und er tat es ganz praktisch.
Wir Christen leben nur, weil Jesus uns geliebt hat und dazu bereit war, sein Leben für unseres zu geben.
Deshalb ist seine Aussage, seine „Goldene Regel“ in der Bergpredigt auch authentisch und glaubwürdig. Er verlangt nichts, was er nicht selber tun würde und vielmehr für jeden einzelnen von uns bereits getan hat. Weil er uns liebt, hat er sich in unsere Lage versetzt, unsere Not gesehen und gehandelt. Diese Goldene Regel steht in Matthäus 7,12 „Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch! Das ist das Gesetz und die Propheten.“ (Luther 2017)

Dieses Prinzip fängt damit an, sich wirklich in die Situation des Anderen hineinzuversetzen.

In unserer Gemeinde-Aktion März mit Herz geht es uns als Christus-Gemeinde nicht nur darum, einander kennenzulernen, sondern wirklich ein Herz für die anderen Personen zu entwickeln. Deshalb gibt es im März in der Christus-Gemeinde verschiedene Aktionen.
Diese kann man selber organisieren und/oder auch an einer von jemand anderem organisierten Aktion teilnehmen.
Die Goldene Regel fordert uns dazu heraus, in all dem nicht nur unsere Bedürfnisse, sondern auch die Bedürfnisse des Anderen zu sehen und zu seinem Wohl zu handeln. Denn Liebe ist mehr als ein Wort, sie zeigt sich in Taten. Deshalb können auch wir zu Lebensspendern werden und Menschen da helfen wo sie Hilfe benötigen.
Ich selber habe mich vor einigen Jahren dazu entschieden, nachdem ich mich mit dem Thema Organspende zum ersten Mal beschäftigt habe, einen Organspenderausweis ² auszufüllen und immer dabei zu haben. Welche Tat der Liebe für einen anderen Menschen ist für dich dran?

Liebe Grüße

Jonathan Schirmer, Pastor

[1] Mehr Infos und Statistische Zahlen zur Organspende in Deutschland:
https://www.dso.de

2 Hier gibt es mehr Infos zum Organspenderausweis https://www.organspende-info.de

2018.02.Leitartikel

Liebe Christus-Gemeinde,

herzliche Grüße aus Niger! Das Land in dem wir als Familie leben, ist ein Wüstenland. Der Süden des Landes, in dem auch unsere neue Heimatstadt Niamey liegt, gehört zu der Sahel-Zone. Es ist sehr trocken uns stau­big, jedoch ist Ackerbau und Baumwuchs möglich, gerade hier am Fluss Niger. Alles was nördlich von uns liegt ist die Sahara. Die größte Wüste der Erde bestehend aus Geröll und Sand. Ich per­sönlich liebe die Sanddü­nen, 15 Kilometer au­ßerhalb von Niamey stoßen wir auf das erste kleine Sanddünen­gebiet, wo man beim Pick­nick entspannen kann und die Kinder sich so richtig austoben (und manchmal auch die er­wachsenen Kin­der). Dennoch bleibt bei aller Faszination die Wüste ein lebensfeindliches Gebiet.

Wenn wir auf Deutschlandreise gehen, fällt uns als erstes auf: es ist grün! Flüsse, Bäche, Seen und Regen in Hülle und Fülle. Es scheint als würde Mitteleuropa triefen wie ein nasser Schwamm. Das Land Niger, das dreimal so groß ist wie Deutschland, hat da­gegen nur ei­nen Fluss und einen See, der ganzjährig Wasser führt.

Dabei drängt sich die Frage auf: Hat Gott da je­manden bevorzugt bzw. benachteiligt? Der eine Kontinent - so scheint es zumindest - lei­det unter chronischem Wassermangel. Der andere würde sich nur allzu oft ein bisschen weniger Niederschlag wünschen.

Ich kenne dieses Gefühl auch aus meinem Glaubensleben: den anderen geht es gut, Gott ist voll am Werk, schenkt Gaben in Hülle und Fülle, während bei mir nichts zu laufen scheint.

Bei Gott gibt es doch immer alles in Hülle und Fülle? Bei Ihm ist immer von allem ge­nug und dann auch noch gratis! Wo bleibt mein Teil? Da muss ich selbstverständlich auch an die Jahres­losung denken.

Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers um­sonst. (Offenbarung 21,6)

Das ist ein schöner Vers, der Hoffnung gibt, aber was bringt‘s mir, wenn ich gerade auf ei­ner Sanddüne in der Sahara sitze? Sollte ich mich nicht einfach damit abfinden, dass andere vielleicht einfach näher an der Was­serquelle sind als ich? Was könnte ich sonst tun, wenn diese Wasserquelle anscheinend so weit weg ist? Die Antwort ist: graben. Das ist zwar an­strengender, als auf Regen zu warten, aber es hilft.

Hydrologen sprechen von „gigantische Was­serreserven“ in Nordafrika. Unter der Sahara allein liegen Trinkwassermengen, die beim ak­tuellen weltweiten Wasserverbrauch die Welt für weitere 200 Jahren mit Wasser versorgen könnten, so die Schätzung. In klassischen Wüs­tenländern befinden sich laut den Experten mehr als 70 Meter dicke Grundwasserschich­ten. Von wegen Benach­teiligung!

Also doch: Gott scheint irgendwie von allem immer mehr als genug zu haben. Selbst wenn es anders scheint, seine Reichtümer bleiben „unermesslich“ (Römer 11,33), seine Gnade reicht „für alle Menschen“ (Titus 2,11).

Allen, die sich gerade nicht so fühlen als würde sie an Gottes lebendiger Wasser­quelle sitzen und fröhlich schöpfen, wün­sche ich also frohes graben und nachbohren, denn wer sucht der wird finden.

So viel steht fest.

Viele Grüße Jonas Vetter

2018.01.Leitartikel

Wenn bei uns Zuhause der „Saft“ ausgeht und das Leergut überhandnimmt, ist es mal wieder Zeit für einen Besuch im Getränke­markt Weil der Stadt. Mich erstaunt dort im­mer wieder die Vielfalt von Säften und Bie­ren. Wie viele verschiedene Marken und Sorten es dort gibt - allein von Wasser. Da ist die Unterscheidung mit und ohne „Blubb“ noch die einfachste. Die Angebote an uns, den Durst zu stillen, scheinen unbe­grenzt zu sein.

Trotzdem: nicht für jeden „Durst“ findet man etwas im Getränkemarkt. Viel zu oft steckt hinter dem vermeintlichen „Durst“ nach leckeren, zumeist alkoholischen Ge­tränken ein Durst nach Leben. Zu diesem Zweck wird gerade bei uns hier in Deutsch­land häufig Alkohol getrunken: Er ist leider für zu viele Seelentröster, Glücklichmacher und Entspannungshilfe geworden. Und so wundert es mich gar nicht, dass viele gerade bei Beziehungsproblemen, Ehe-Krisen oder Stress am Arbeitsplatz regelmäßig zur Fla­sche greifen. Insgeheim wünschen sie sich ja nichts anderes, als ihren Lebensdurst damit gestillt zu bekommen. Doch die Folgen da­von sind katastrophal und zerstörerisch! Und der Durst nach Leben bleibt.

Denn für den wirklichen Lebensdurst gibt es nichts im Getränkemarkt! Dafür benötigen wir eine andere Quelle. Wo finden wir diese? In der Jahreslosung 2018 wird auf diese einzigartige „Bezugs-Quelle“ für Was­ser, das den Lebensdurst stillt, hingewiesen – und ich würde mir von Herzen wünschen, dass viele Menschen diese Quelle kennenler­nen:

Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.
Offenbarung 21,6 (L)

Gott selbst will den Durst des Durstigen von seiner Quelle stillen. Und sein „Lebenswas­ser“ wird „umsonst“ ausgeschenkt – frisch gezapft von der Quelle des Lebens. Denn je­der seelisch Durstige und jeder, der sich nach erfülltem Leben sehnt, soll dieses Was­ser be­kommen und seinen Durst damit lö­schen können. Wer sich satt getrunken hat wird dann auch nicht mehr auf andere Quel­len zurückgreifen müssen.

Dieses Lebens-Quellwasser Gottes sprudelt, ob wir daraus schöpfen oder nicht. Viele könnten davon trinken, doch nur wenige tun es. Aber nur wer zur Quelle geht und trinkt, wird „erfüllt“. Dieses „Leben aus der Quelle“ möchten wir in diesem Jahr in der Christus-Gemeinde neu in den Mittelpunkt stellen. Die Jahreslosung, welche unser Jah­resmotto geworden ist, soll uns dabei erin­nern, immer wieder an die Quelle zu gehen, die unaufhörlich sprudelt und uns erfrischt.

Paulus fasst dies ganz gut zusammen, in­dem er im Epheserbrief schreibt: „Betrinkt euch nicht mit Wein; sonst ruiniert ihr da­mit euer Leben. Lasst euch stattdessen vom Heiligen Geist erfüllen.“ Epheser 5,18 (NL).

Von welcher Quelle willst du dich in die­sem Jahr erfüllen lassen?

Liebe Grüße

Jonathan Schirmer, Pastor

 

(Bildquelle: Evi Schöps)

 

2017.12.Leitartikel

Diese Frage beschäftigt viele Menschen: Wie kann es denn sein, dass Gott das Wohlergehen der Bösen, der Diktatoren und Despoten in dieser Welt zulässt? Und gleichzeitig viele Gläubige in bitterer Armut und Unsicherheit leben müssen?

Auch der Prophet Habakuk hatte dazu Fragen an Gott: „Warum siehst du dann aber den Räubern zu und schweigst, wenn der Gott­lose den verschlingt, der gerechter ist als er?“ (Habakuk 1,13b). Seine Fragen waren nicht nur „Theorie“. Denn er sah das konkrete Unrecht im Land! Aber anstatt an Gott zu verzweifeln fing er an, ihn intensiv zu su­chen! Ja, er wartete solange auf einen Wachturm (vgl. Habakuk 2,1), bis Gott ihm auf seine Frage antwortet.

Was sagt Gott dazu?

Gott lässt sich auf seine Fragen ein und er antwortet ihm. Aber die Antwort sollte nicht nur ihn ermutigen, der er oben auf dem Turm saß: Was Gott ihm sagte, sollte er in Schönschrift auf Tafeln schreiben, damit es jeder mühelos, sogar im Vorbeige­hen, lesen kann. Er wollte ihm und dem Volk deutlich antworten, da die Zeit für die Erfüllung dieser (konkreten) Weissagung noch nicht gekommen war. Doch später sollte sich jeder an die Aussagen Gottes erinnern können, wenn es den Bösen nicht mehr gut geht. Was stand auf diesen Ta­feln?

Siehe, wer halsstarrig ist, der wird keine Ruhe in seinem Herzen haben, der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben (Habakuk 2,4).

Gott kündigt allen Menschen unübersehbar an: Alles Rühmen und das scheinbare Gute des Bösen wird letztlich nicht bleiben! Jeder der geduldig wartet wird sehen, dass Hals­starrigkeit, Treulosigkeit und Unglauben sich langfristig nicht durchsetzen und für solche Menschen kein Gewinn sein wird. Habakuk 2,5-13 beschreiben das noch aus­führlicher.

Doch der aufrichtige Mensch, der Gerechte, wird überleben! Er wird überwinden – durch den Glauben. Denn er ist durch den Glauben gerecht(fertigt). Glauben bedeutet nicht „moralische Standhaftigkeit“, sondern das Vertrauen darauf, dass Gott sich treu bleibt. Im Neuen Testament ist Habakuk 2,4b deshalb auch mehrfach als Begrün­dung für das Leben durch den Glauben an Christus, der uns gerecht macht, angeführt (vgl. Römer 1,17, Galater 3,11 sowie Hebrä­er 10,38). Die ganze Bibel macht von An­fang bis hin zum letzten Buch deutlich: Der Gläubige wird letztlich der Glückliche sein. Er wird leben und Gottes Zuwendung genießen dürfen – ob nun mit oder ohne Wohlergehen in dieser Welt.

Was für eine Zusage! Was für eine Hoff­nung, die alle an Christus Gläubigen gerade auch in der Adventzeit ermutigen kann.

Selbst wenn noch so viel Böses in dieser Welt ist: Lass dich trotzdem nicht durch böse Menschen beeindrucken. Ihr Wohler­gehen ist nicht dauerhaft. Lass dich aber auch nicht von dem immer wieder man­gelnden Wohlergehen der Gläubigen be­drücken – auch das ist zeitlich begrenzt. Denn wer zuletzt lacht, lacht am besten. (vgl. Psalm 126!)

Liebe Grüße

Jonathan Schirmer, Pastor

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