August/September 2009 - Dreieinig gesegnet
Wie viel Segen wünsche ich mir für mein Leben? In welchem Maß soll Gott seine Fülle über mich ausgießen? Ganz ehrlich, ich wünsche mir Segen ohne Maß, nämlich dass Gott einfach alles, was er für mich bereithält, in und über mein Leben gießt. So hat er es sich auch gedacht, als er Mose eine der schönsten und umfassendsten Segensformeln der Bibel gab. Der sogenannte „Aaronitische Segen“ war der Segen der alttestamentlichen Priester, der älteste liturgische Segen der Bibel, der dem Volk Israel bis heute am Ende jedes Gottesdienstes zugesprochen wird. In orthodoxen Gemeinden dürfen dies nur Männer tun, die aus einer Priesterfamilie stammen. In deutscher Umschrift klingen diese hebräischen Worte so: jewarechecha Adonai vejischmerecha / jaer Adonai panaw eleicha wichuneka /jissa Adonai panaw eleicha wejasem lecha schalom; auf Deutsch: Der HERR segne dich und behüte dich; der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig, der HERR erhebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden. (4. Mose 6, 24-26) Martin Luther hat diesen Segen für die Liturgie des evangelischen Gottesdienstes eingesetzt. Dort wird er bis heute gesprochen. Wir sagen sicher nicht zuviel, wenn wir in der dreifältigen Form des Segens die Dreieinigkeit vorweggenommen sehen. Der Herr, der mich segnet und schützt, zeigt einen Hinweis auf den Vater und Schöpfer. Der Herr, der mich in Liebe ansieht und mir gnädig ist, ein Hinweis auf den Sohn Gottes, unseren Retter Jesus. Und der Herr, der sein Angesicht mit mir gehen lässt und mir Frieden gibt, ist der Heilige Geist. So ist an dieser Stelle der ganze Segen der ganzen Gottheit für Gläubige des Alten und Neuen Bundes verfügbar, lange bevor die Dreieinigkeit aus dem Alten und dem Neuen Testament erkennbar wurde. Der Segen Gottes ist also größer als unser Verstehen, was wollen wir mehr?
Eine schöne, gesegnete Urlaubszeit wünscht allen
Christoph Müller
Eine schöne, gesegnete Urlaubszeit wünscht allen
Christoph Müller