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Oktober 2011 - "Wie kann ein Mensch gerecht sein vor Gott?" (Hiob 4,17)

– so die Monatslosung im Oktober.

Die Antwort auf diese Frage, so meinen wir, ist für jeden Christen klar. Sie ist tief verinnerlicht und hat doch im Grunde keine große Relevanz für uns, da sie ja geklärt ist. Wir sind mit Gott versöhnt, sind Mitglied einer Gemeinde, besuchen regelmäßig den Gottesdienst, sind zwar hin und wieder angefochten, aber im Großen und Ganzen führen wir ein Leben, dass keinen gewaltigen Spannungen ausgesetzt ist. Das Ziel unserer Lebensweise ist häufig das Leben so einfach wie möglich zu gestalten und Gott spielt dabei als positiver Faktor keine unerhebliche Nebenrolle.

Doch das Script für unser Leben, unsere Lebensplanung, unseren Tagesablauf schreiben wir selbst. Nur manchmal wenn es brenzlig wird schalten wir Gott ein und er lässt sich rufen und er kommt und greift ein. Doch Gottes Herrlichkeit, seine Heiligkeit, seine verzehrende Leidenschaft und Hingabe, die sich in Jesu Leben offenbart hat, in seinen Leiden, unter Folter und Qualen, sind uns selten bewusst. Ich bin vor kurzem in einer katholischen Kirche gewesen, in welcher die drei Gekreuzigten, Jesus und die beiden Verbrecher, hingen. Die beiden hatten Blut-überströmte Schienenbeine und Christoph und ich fragten uns ob das wohl durch den Beinbruch passierte, aber wir einigten uns, dass die Beine vermutlich mit Hämmern gebrochen wurden um den Tod zu beschleunigen und daher die dargestellten Wunden nicht realistisch sind.

Damit war das Thema abgeschlossen, doch nicht in meinem Kopf. Ich konnte nicht aufhören darüber nachzudenken, stellte mir vor, dass mir jemand, während ich mit offenem Rücken an einen Balken genagelt bin die Beine mit einem Hammer bricht… Gott liebte uns so leidenschaftlich, dass er sich bis zum Äußersten hingab. Doch von dieser Leidenschaft mit der Gott mich gerecht gemacht und mit sich versöhnt hat ist oft wenig sichtbar in meinem Leben. Wie kann für mich billig sein, was für Gott teuer war. Wie können mir von Gott getrennte Menschen die auf ewig verloren sind ohne seine teuer erkaufte Freiheit und Rechtfertigung gleichgültig sein, weil mein Leben sonst weniger entspannt wäre… „Wie kann ein Mensch gerecht sein vor Gott?“ durch den Glauben an Jesus Christus. Die Antwort ist leicht. Für uns…

Daniel Gerasch, Student der Theologie und derzeit Praktikant in der Christus-Gemeinde

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