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Juli 2009 - Sich einfach freuen PDF Drucken E-Mail

Einer meiner Dozenten sagte gelegentlich: „Die Wahrheit ist immer einfach.“  So hat Paulus offenbar auch gedacht. Aus dem Gefängnis heraus schreibt er der Gemeinde in Philippi diesen schlichten Satz, der als Monatsvers über dem Juli steht: Freuet euch in dem Herrn (Phil. 3,1). Er weiß, dass dieser Satz als Rezept gegen Frust und Alltagssorgen ziemlich simpel klingt. Aber er hatte nicht nur keine Hemmungen, die christliche Reife auf einen so einfachen Punkt zu bringen, sondern er wiederholte diese Aufforderung sogar immer wieder. Ironisch fügt er an, es werde ihm nicht lästig, den Philippern immer wieder das Gleiche zu schreiben. Dadurch würde es für sie sogar immer glaubhafter. Und da hat er ja doppelt Recht: es ist doch wahr, dass Gott uns über alles liebt, dass uns alle Dinge zum Besten dienen müssen, dass er uns mit allem, was wir brauchen, versorgt. Also können wir doch mit einem breitem Grinsen und gelegentlichen Luftsprüngen durch unseren Tag gehen. Und können uns immer wieder sagen: freuen wir uns halt. Oder finden wir diese Sicht zu simpel? Paulus schreibt im selben Brief, immerhin aus einem antiken Gefängnis: Ich freue mich und ich will mich freuen. Da liegt wohl die Weichenstellung: sich ärgern und sorgen „gelingt“ von ganz allein, ohne einen Willensentschluss. Sich freuen können nur die, die es wollen. Wollen wir?

Christoph Müller, Pastor