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Februar 2009 - Kein Verständnis PDF Drucken E-Mail

Die Bootsleute waren sich einig: die Lage war wirklich dramatisch. Sie hatten gemeinsam schon einige Krisen gemeistert, aber aus dieser gab es kein Entkommen.Nach menschlichem Ermessen würden sie ihr Vorhaben mit dem Leben bezahlen. Welche Lösung hatte eigentlich der, dersie in diese Lage gebracht hatte? Wie bitte, der schlief? Auch das noch! Voller Panik lief einer hinüber und weckte den Schlafenden. Als der in die Mitte seines Teams trat, sah er Todesangst in den Gesichtern. Ruhig wendete er sich dem tobenden Wetter zu und gebot dem Sturm, still zu sein. Schlagartig war das Unwetter vorbei. Eine Zeitlang blickte Jesus seine Männer stumm an. Durch seinen Kopf schossen die Gedanken: was hatten sie eigentlich verstanden? Glaubten sie wirklich, in irgendeiner Situation würde er die Kontrolle verlieren, würde er nicht mehr helfen können? Ärger und Trauer kämpften in seinem Herzen. Sollte er sie anschreien, schütteln, ihnen die Freundschaft aufkündigen? Aber er hatte doch noch so viel vor mit ihnen. Während er verständnislos seinen Blick von einem zum andern wandern ließ, hörten sie halblaut die Worte: Wo ist euer Glaube? (Lukas 8,25)
Verstehen wir die Enttäuschung Jesu, oder finden wir sie zu hart? Es ging doch um Leben und Tod, da haben Menschen halt Angst. Das muss Jesus doch verstehen. Nein, Jesus scheint es nicht zu verstehen. Er erwartet, dass seine Jünger sagen: mit dir kann uns nichts wirklich Schlimmes geschehen. Mit dir werden wir immer durchkommen, selbst wenn der Weg anders ist, als gedacht. Aber er versteht nicht, wie wir zweifeln können, wenn wir doch alle Zusagen Gottes auf unserer Seite haben.
Ob es uns in Zukunft gelingt, uns in jeder Situation an die Zusagen Jesus zu erinnern und unsere Gefühle und Ängste mit dem Vertrauen auf ihn zur Ruhe zu bringen? Jesus würde sich freuen, und uns würde es stärker und freier machen.

Christoph Müller, Pastor